Nach seinem ersten Soloalbum mit Musik von Marchand und Clérambault, das 2015 herausgegeben und für einen Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert wurde, stellt der Cembalist Luca Oberti, der schon seit vielen Jahren auf der internationalen Bühne neben Persönlichkeiten wie Marc Minkowski und Christophe Rousset auftritt, eine neue CD vor, die Bachs imaginäre Reise nach Italien zum Thema hat.
Schütz, Froberger, Muffat, Händel, Hasse, Mozart und Wagner sind wohl die bekanntesten der zahlreichen Musiker, die die Alpen überquerten, um in die Welt der italienischen Musik einzutauchen und Bekanntschaft mit deren Atmosphären und Geheimnissen zu machen.
Jedoch war der Komponist, der sich den italienischen Musikstil am stärksten zu eigen machte, Johann Sebastian Bach, obwohl dieser niemals selbst einen Fuß nach Italien gesetzt hat. Bei seiner Reise handelte es sich um ein virtuelles Unterfangen: Die Partituren der italienischen Meister, die er von Kindesbeinen an begierig studierte und in sich aufnahm, begleiteten ihn auf einer idealen Reise von Vivaldis Venedig bis Frescobaldis Rom.
Die Reise beginnt mit Transkriptionen von Konzerten von Vivaldi und Marcello, führt über italienisch inspirierte Stücke wie die Aria Variata alla maniera italiana, das Capriccio sulla lontananza del fratello dilettissimo und die Fantasie und Fuge in A-Moll BWV 904 und endet schließlich als Höhepunkt mit dem gefeierten Italienischen Konzert.