Heute gilt Johannes Tinctoris (1435 – 1511) als einer der berühmtesten Musik-Theoretiker der Renaissance, obwohl er darüber hinaus auch ein faszinierter Beobachter der musikalischen Praxis jener Zeit war. Nachdem er in Orléans studiert hatte, zog es ihn über Cambrai und Lüttich schließlich nach Neapel. 
Seinem kompositorischen Talent ist es zu verdanken, dass eine Chansonnier genannte Sammlung von Liederhandschriften für die Prinzessin Beatrice von Aragon, Tochter König Ferdinand I. von Neapel, entstand. Das vorliegende Album mit französischen und italienischen Liedern, Messe-Sätzen sowie Instrumentalwerken zeichnet Tinctoris‘ Karriere anhand seines mannigfaltigen Œuvres nach.