Die Musik, die beim Begräbnis von Henry Purcell erklang, der am 21. November 1695 im Alter von nur 36 Jahren gestorben war, stammte aus der Feder des Komponisten selbst. Nur acht Monate vor seinem eigenen Tod hatte er das Werk anlässlich des Todes von Königin Mary II. geschrieben. Schon bald nach Purcells Begräbnis waren es wiederum andere Komponisten, die Musik im Gedenken an ihn komponierten.

Tief bewegend ist beispielsweise die musikalische Würdigung an den „Orpheus Britannicus“ wie der Komponist von seinem Kollegen Jeremiah Clarke in dessen „Ode on the Death of Henry Purcell“ genannt wird, der damit seine offensichtliche Bewunderung kundtut. Aber ach, auch Clarke starb mit Anfang 30, und wir können nur schätzen, wohin es hätte mit der englischen Musik dieser Epoche noch hätte gehen können, wenn ihm und Purcell ein langes Leben vergönnt gewesen wäre.

Vincent Dumestre und Le Poème Harmonique setzten nach ihrer erfolgreichen Einspielung von DIDO UND AENEAS die Erforschung von Purcells England und seiner Zeit fort. Dabei haben sie auch stets ein offenes Ohr für die weitverzweigten Wege der dortigen Musikhistorie; von Dowland bis Lully, über die Elisabethanischen „Masques“ führt dieses neue Programm, das uns mit dem Focus auf Jeremiah Clarke an all die Wunderwerke erinnert, die dieser viel zu jung verstorbene Meister nicht komponieren konnte. Diese außergewöhnliche musikalische Entdeckung ist auf der vorliegenden CD mit zwei der populärsten Werke von Henry Purcell kombiniert.

„In allen Instrumentengruppen ist Le Poème Harmonique fabelhaft besetzt; kein Zweifel, dass sich hier eines der führenden europäischen Barockorchester hören lässt! Der Chor Les Cris de Paris ergänzt diesen farbenreichen Klang auf einem ebenso hohen Niveau. Die Sängerinnen und Sänger sind absolut höhen- und verzierungssicher und richten sich sehr einfühlsam nach Freud bzw. Trauer der Musik.“
Bernhard Schrammek, kulturradio rbb, 24.04.2017
„Kurzum: "Son of England" ist ein wunderbares Album! Die exzellente Aufnahme in einer Pariser Kirche verleiht der Musik den nötigen Hall, ohne dass die Transparenz darunter leidet. Denn auch Trauermusik muss zum Leben erweckt werden! Und das gelingt Vincent Dumestre auf beeindruckende Weise.“
Meinolf Bunsmann, hr2, 19.05.2017
„Schlank im Klang und perfekt in Intonation und Artikulation, offenbart man die gesamte Skala dieser zwei Werke, die von ungemein tiefer Ergriffenheit über das impulsiv Dramatische bis hin zur wiegenden Luftigkeit und ansteckenden Ausgelassenheit reicht. Great!“
Guido Fischer, rondomagazin.de, 03.06.2017